Stärkung der internationalen Ausrichtung - konstruktive Verhandlungen - gemeinsames Handeln als Basis für Erfolg

25.06.2009 -  

Die aktive Beteiligung der Mitarbeiter in die unternehmerischen Belange und Entscheidungen hat im Familienunternehmen WAREMA Tradition. Mit der Umwandlung in eine SE (Societas Europaea, Europa-AG) will der europäische Marktführer für innen und außen liegenden technischen Sonnenschutz sowie elektronische Steuerungssysteme seine europaweite Ausrichtung stärker zum Ausdruck bringen. Eine wichtige Voraussetzung für den Wechsel zur neuen Rechtsform ist die Regelung der Arbeitnehmer-Mitbestimmung. Am 08. Juni 2009 unterzeichneten Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertreter eine entsprechende Vereinbarung, die bei den Mitbestimmungsrechten der Belegschaft europaweit Maßstäbe setzt.

Arbeitnehmer-Mitbestimmungsrechte übertreffen gesetzliche Regelungen bei weitem
Die zwischen der Geschäftsleitung und dem Besonderen Verhandlungs-Gremium (BVG) der Mitarbeiter verabschiedete Vereinbarung sucht europaweit ihresgleichen, sie geht in vielen Punkten über gesetzliche Vorschriften und die bereits in anderen Unternehmen der Branche umgesetzten Modelle hinaus. Der bisherige Aufsichtsrat der WAREMA Renkhoff GmbH hatte drei Mandate, eines davon für Arbeitnehmervertreter. Diese Drittelbeteiligung im Aufsichtsrat bleibt, doch verdoppelt sich die Zahl der Mandate mit der SE-Gründung von drei auf sechs, darunter zwei Arbeitnehmervertreter.  Bei weiterem Wachstum des Unternehmens erhöhen sich die Mandate des Aufsichtsrats auf neun. Dann kommt ein dritter Sitz für die Arbeitnehmervertreter hinzu, der von einem Mitarbeiter aus dem Ausland besetzt wird. In der Mitbestimmungsvereinbarung sind hierfür verbindliche Werte festgelegt – eine für Europäische Aktiengesellschaften bislang einmalige Regelung. Ebenfalls einmalig: Die gesamte Belegschaft wählt die Mitarbeitervertreter in den Aufsichtsrat, auch ausländische Arbeitnehmer haben volles Stimmrecht. Beispielhaft ist auch die Vereinbarung zum Sozialen Dialog: In allen betriebsratslosen deutschen und ausländischen Einheiten führt die Unternehmensleitung einmal jährlich in Anwesenheit des Europa-Betriebsratsvorsitzenden eine Art Betriebsversammlung durch und steht Rede und Antwort. Diese Selbstverpflichtung ist im Vergleich zu anderen SE-Vereinbarungen neu und innovativ. Damit setzt sich WAREMA bei der Arbeitnehmermitbestimmung an die Spitze der europäischen Metall- und Elektroindustrie.Walther Mann, IG Metall-Bevollmächtigter und Verhandlungspartner, betont die europaweite Bedeutung und Signalwirkung: „Trotz gegensätzlicher Interessenlage war das Klima der Verhandlungen von gegenseitiger Akzeptanz und Achtung geprägt. Die WAREMA Führung, gerade Frau Renkhoff-Mücke, bildet hier eine absolute Ausnahme, wie ich sie in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt habe. Gemeinsam haben wir eine weit über das Normalmaß hinausgehende Mitbestimmung erreicht und damit europaweit Geschichte geschrieben.“

Beteiligung der Mitarbeiter hat bei WAREMA Tradition
In der Unternehmensphilosophie von WAREMA sind die Mitarbeiter als tragende Säule definiert und die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung ist geprägt von Offenheit und Vertrauen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zollen sich Anerkennung und Respekt in dem Wissen, dass der Erfolg auf Zusammenarbeit, gemeinsam getragenen Überzeugungen und gemeinsamem Handeln beruht und nur so auch in Zukunft gesichert werden kann. Deshalb ist die Belegschaft umfassend in alle Belange des Unternehmens eingebunden.
Für Vorstandsvorsitzende Angelique Renkhoff-Mücke ist dies die Basis für den bisherigen und auch den zukünftigen Erfolg des mittelständischen Familienunternehmens: „Bei WAREMA haben wir die Mitarbeiter schon immer umfassend informiert und beteiligt. Wenn die Mitarbeiter die Ziele des Unternehmens verstehen, bringen sie sich gern ein und tragen Verantwortung mit. Ich kann anderen Unternehmerkollegen nur raten, beide Seiten zu sehen und vertrauensvoll zu verhandeln – ich habe ausschließlich positive Erfahrungen damit gemacht.“ 

Der Weg ist frei für eine Europäische Aktiengesellschaft
Die SE – Societas Europaea, auch Europa-AG – wurde Ende 2004 als Rechtsform eingeführt, um Unternehmen zu ermöglichen, Gesellschaften nach weitgehend einheitlichen Rechtsprinzipien zu gründen und EU-weit als rechtliche Einheit aufzutreten. Sie basiert im Wesentlichen auf dem Aktienrecht einer AG, ist aber europaweit als Gesellschaftsform mit gleichen rechtlichen Strukturen anerkannt.

Mit der Vereinbarung zur Arbeitnehmer-Mitbestimmung ist für WAREMA der Weg zur Europäischen Aktiengesellschaft frei. Bis Ende August 2009 soll die WAREMA Renkhoff Holding AG in die neue Rechtsform überführt sein und die WAREMA Renkhoff GmbH als größte Tochtergesellschaft mit der WAREMA Renkhoff SE verschmelzen. Die anderen Tochtergesellschaften der WAREMA Renkhoff Holding AG sind von der Umwandlung nicht betroffen. Durch die Rechtsform der Europa-AG will der europäische Marktführer für Sonnen- und Blendschutz sowie elektronische Steuerungen seine zunehmend internationale Ausrichtung darstellen und eine moderne, schlagkräftige Struktur umsetzen. „Für WAREMA liegt die Bedeutung in der Innen- wie der Außendarstellung: Wir stärken die Beteiligung der gesamten Belegschaft, national wie international, und hoffen dadurch auf noch stärkere Bindung an das Unternehmen und erhöhte Motivation. Nach außen zeigen wir internationales Profil und nutzen die Vorteile einer schlanken, schlagkräftigen Struktur und schnellerer Entscheidungswege, um ein weiterhin gesundes Wachstum auf europäischer Ebene zu ermöglichen“, so Vorstandsvorsitzende Angelique Renkhoff-Mücke. Unternehmens- und Gesellschafterstruktur und der Charakter des mittelständischen Familien-Unternehmens mit einem klaren Bekenntnis zum Standort bleiben unverändert erhalten.