1. Gerade die Kombination von innen- und außenliegendem Sonnenschutz führt zu deutlichen Einsparungen
    Nr. 16402 (8.1 MB)

  2. Hohe Strahlungstemperaturen zur Rauminnenseite können mit einer Low-e Schicht deutlich reduziert werden
    Nr. 16405 (7.7 MB)

  3. Die wichtigste Aufgabe innenliegender Produkte ist der Blendschutz, nicht der Schutz vor Überhitzung
    Nr. 16398 (8 MB)

  4. Ein metallbeschichtetes Innenrollo ist ein wahres Multitalent
    Nr. 23690 - weitere Dateiformate möglich (312 KB)

Perfekter Blendschutz, Flächenheizung, thermische Behaglichkeit und bessere Fensterdämmung mit innenliegendem Sonnenschutz

04.07.2012 -  

„Das ist doch falsch montiert!“ – so oder ähnlich lautete das Feedback zahlreicher Besucher, die am R+T Messestand von Warema die ausgestellte Sonnenschutzlösung „OptiSystem 01“ begutachteten. „Man konnte oft kaum glauben, dass unseren Monteuren beim Aufbau kein Fehler unterlaufen ist“, so Ulrich Lang, Leiter der Warema Objektberatung. Dennoch räumten Lang und sein Team diese Bedenken stets schnell aus dem Weg und überzeugten von den bauphysikalischen Besonderheiten des nur scheinbar falsch angebrachten Blendschutzrollos.

Das „OptiSystem 01“ ist Teil des Warema Systemgedankens, der erstmals auf der BAU 2011 in München vorgestellt wurde und ein „Optimales Sonnenschutzsystem“ durch die Kombination von außenliegendem Hitzeschutz, innenliegenden Blendschutz und einer intelligenten Steuerung definiert. Für die gängigsten Fassadentypen wurden, im Sinne größtmöglicher Energieeinsparungen, bestmögliche Sonnenschutzlösungen ermittelt. Beim „OptiSystem 01“ betrachtet man Pfosten-Riegel-Fassaden, an denen außenliegende Raffstoren mit innen angebrachten Rollos kombiniert und über eine Steuerung automatisch geregelt werden. Die Vorteile der vor der Verglasung angebrachten und flexiblen Raffstoren, nämlich der ausgezeichnete Hitze- und Blendschutz bei gleichzeitig optimaler Tageslichtnutzung sind heute am Markt angekommen. Das aber gerade auch die Kombination mit einem innenliegenden Produkt zu weiteren deutlichen Einsparungen führen kann und mehr bedeutet als einen zusätzlicher Sicht- und Blendschutz anzubringen, ist heute nicht flächendeckend bekannt.

Beim „OptiSystem 01“ montiert Warema das innenliegende Blendschutzrollo mit der schwarzen Seite zum Fenster, die hochreflektierende und aluminiumbedampfte Seite zeigt ins Rauminnere. „Jeder Sonnenschutzfachmann wird dabei zunächst stutzig“, so Lang. Galt bisher doch der Grundsatz, dass die hochreflektierende Seite des Stoffes zum Fenster zeigen muss, damit die durch die Verglasung einfallende Strahlung wieder nach außen reflektiert wird. Nur so kann mit einem innliegenden Sonnenschutz eine Überhitzung vermieden werden. „Das gilt aber nur für den Fall, dass kein außenliegender Sonnenschutz vorhanden ist und der Schutz vor Überhitzung mit dem innenliegenden Produkt erreicht werden muss“ erläutert Lang weiter. Wann immer möglich sollte die Funktion des Hitzeschutzes von einem außenliegenden Produkt realisiert werden – ein Grundgedanke des Warema Systemgedankens. „Die erreichbaren Fc-Werte sind bei innenliegenden Produkten immer schlechter als bei außen liegenden Lösungen“, erklärt Lang und folgert „der Schutz vor Überhitzung kann nicht die Kernaufgabe des innenliegenden Sonnenschutzes sein“.

Sommers wie winters mehr als nur Blendschutz
Die wichtigste Aufgabe innenliegender Produkte ist der Blendschutz – heute haben moderne Lösungen noch eine Vielzahl weiterer Qualitäten die aktiv zur Energieeinsparung beitragen und die Behaglichkeit fördern. Besonders im Winter ist wegen der tiefstehenden Sonne ein guter Blendschutz erforderlich. Wird dieser mit dem Außensonnenschutz erfüllt, verhindert man solare Energiegewinne besonders effektiv. Im Winter sind diese Erträge jedoch sehr willkommen, da sie den Heizenergiebedarf reduzieren und damit die Heizkosten senken. Auch ein hochreflektierender innenliegender Sonnenschutz würde einen Teil der eingefallenen Sonnenstrahlen wieder nach außen reflektieren und so mögliche solare Gewinne verhindern. „Gefragt ist deshalb eine innenliegende Lösung, die sowohl die Anforderungen an Blendschutz erfüllt, aber zugleich auch als eine Art Flächenheizung fungiert“ erläutert Lang. Als ideales Produkt sieht Warema hier ein dunkles Blendschutzrollo, dessen Behang nicht nur eine geringe Transmission aufweist, sondern dessen schwarze Fläche zugleich als Absorber wirkt. Das Fenster wird so zum Energieerzeuger mit einem ausgezeichneten Wirkungsgrad im Gegensatz zu Fotovoltaik oder Solarthermie.

Flächenheizung versus thermische Behaglichkeit
„Ganz so einfach ist es natürlich nicht“ sagt Lang, der zur Vorsicht rät. Denn der Einsatz eines einfachen dunklen Blendschutzrollos kann zu großen Problemen führen. Untersuchungen, die Warema beim ZAE Würzburg in Auftrag gegeben hat zeigen, dass sich auch im Winter einfache, absorbierende Behänge so stark aufheizen, dass Strahlungstemperaturen von über 40 Grad Celsius entstehen können. Durch die entstehende Strahlungsasymmetrie der raumabschließenden Flächen ist die thermische Behaglichkeit nicht mehr gegeben und das führt zu unzufriedenen Nutzern. Aufgrund der hohen Temperaturen besteht außerdem die Gefahr des Glasbruches, ausgelöst durch thermische Spannungen. Diese Gefahr liese sich eliminieren, wenn bereits bei der Planung auf einen ausreichend großen Abstand zwischen Rollo und Verglasung geachtet und für eine gute Hinterlüftung gesorgt wird. Diese ist zwingend erforderlich, da die durch Absorption erzeugte Wärme hauptsächlich durch Konvektion in den Raum abgegeben werden soll.

Niedrigere Strahlungstemperaturen dank Low-e Schicht
Die hohen Strahlungstemperaturen zur Rauminnenseite können mit einer Low-e Schicht deutlich reduziert werden. Nur blanke Metalle weisen diesen Low-e Effekt auf. „Deshalb zeigt die alubedampfte Seite des Rollos auch nach innen“ löst Lang auf. Die Untersuchungen beim ZAE Würzburg haben auch gezeigt, dass die Low-e Schicht die Strahlungstemperatur um mehr als 10 Grad Celsius gegenüber unbeschichtetem Gewebe reduzieren kann. Eine einfache Möglichkeit viel Wärme zu erzeugen und gleichzeitig unbehaglich hohe Strahlungstemperaturen zu vermeiden. Die Low-e Schicht auf der Rauminnenseite hat aber noch einen weiteren Effekt. Wie die Low-e Schicht einer Wärmeschutzverglasung reflektiert sie die langwellige Wärmestrahlung aus dem Raum zurück und verbessert so den U-Wert des Fenster/Sonnenschutz-Systems. Dadurch wird vor allem in der kalten Winternacht der hohe Wärmeverlust durch das Fenster reduziert. „Neben dem Blendschutz dient das Innenrollo also auch noch als effizienter Energieerzeuger, stellt die thermische Behaglichkeit sicher und sorgt dafür, dass weniger Wärme durch das Fenster verloren geht“ schließt Lang seine Erläuterungen ab. Ein innenliegendes, alubeschichtetes Blendschutz Rollo wird zum wahren Multitalent – wenn man ein bisschen umdenkt.