1. Rollregale erleichtern die Arbeit im Markisenlager des Versands.
    Nr. DSC_0324 (5.5 MB)

  2. Mit Bewegungstraining werden einseitige Fehlbelastungen ausgeglichen und die Beweglichkeit der Mitarbeiter verbessert.
    Nr. DSC_0342 (7.5 MB)

  3. Alterssimulationanzug GERT
    Nr. DSC_0254 (5.7 MB)

Warema beteiligt sich an bayme vbm Modellprojekt Demografie

05.06.2013 -  

Die Warema Renkhoff SE, führender Sonnenlicht-Manager, beteiligt sich seit Anfang 2012 am Modellprojekt der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm zum Demografiemanagement in Unternehmen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit müssen Unternehmen künftig verstärkt Maßnahmen ergreifen, die die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit vor allem der älteren Mitarbeiter unterstützen.

„Den demografischen Wandel können wir nicht aufhalten“, so Angelique Renkhoff-Mücke, Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. „Aber wir können uns frühzeitig darauf vorbereiten und Maßnahmen ergreifen, die die älteren Mitarbeiter länger arbeitsfähig halten.“ Sie ist sich sicher, davon profitieren beide Seiten: Die Mitarbeiter, weil sie länger gesund und fit seien. Und das Unternehmen, da es länger auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter setzen könne.

Pilotabteilung des Projektes war bei Warema der Versand. Hier sind die  Mitarbeiter schweren körperlichen Belastungen ausgesetzt. Insbesondere beim Verladen der Ware müssen sie beispielsweise bis zu 160 Kilogramm schwere Markisen heben – für ältere Mitarbeiter eine echte Herausforderung. „Derzeit übernehmen diese Arbeiten kaum Mitarbeiter über 50 Jahren, aber das wird sich über kurz oder lang nicht verhindern lassen“, so Marco Ditterich, Personalreferent bei Warema, der damit auf den Fachkräftemangel und die Rente mit 67 anspielt. Er wurde zum Demografiemanager ausgebildet und ist nun im Unternehmen für dieses Thema zuständig.

Mit Unterstützung eines Arbeitswissenschaftlers und eines externen Moderators, analysierten die Verantwortlichen aus Versand, Arbeitsplanung, Personalmanagements sowie der Betriebsrat und Betriebsarzt zunächst die Ist-Situation und entwickelten Handlungsstrategien. Grundlage hierfür waren Befragungen der Mitarbeiter zur gesundheitlichen Konstitution und zu krankheitsbedingten Fehlzeiten. Es stellte sich heraus, dass die Mitarbeiter am häufigsten über Probleme des Muskel-Skelett-Systems klagten, die auf die körperlich schwere Arbeit zurückzuführen sind.

Schrittweise werden nun die Arbeitsplätze ergonomischer gestaltet. Die Markisen werden beispielsweise nun in Rollregalen gelagert, die beim Hineinschieben und Herausziehen der verpackten Produkte nur wenig Kraft erfordern. Zusätzlich werden bis zum Ende des Jahres Hebehilfen eingeführt. Diese direkten Entlastungen werden von den Mitarbeitern dankend angenommen.

Der Arbeitsplatzumbau wurde flankiert von präventiven Aufklärungsmaßnamen wie Ernährungsberatung. Wichtiger Themenblock war hierbei die Ernährung im Schichtbetrieb. Gerade für die Mitarbeiter der Nachtschicht ein wichtiges Thema. Für sie wurden nun Automaten aufgestellt, die abends mit frisch belegten Brötchen bestückt werden. Außerdem wurde eine Mikrowelle aufgestellt, in der die Mitarbeiter mitgebrachte Speisen erwärmen können.

Die einseitige körperliche Belastung der Mitarbeiter wird durch wöchentliches Bewegungstraining ausgeglichen. Durch Dehn- und Kräftigungsübungen werden Schmerzen und gesundheitliche Schäden vorgebeugt. Ergänzende Ergonomierichtlinien informieren beispielsweise über richtiges Heben oder Tragen.

Auch junge Leute ins Unternehmen zu holen und dadurch die Altersstruktur auszugleichen gehört zum Demografiemanagement. Handlungsbedarf besteht bei Warema bei den Lkw-Fahrern. Ein Großteil der Fahrer ist aktuell schon über 50 Jahre alt. Gleichzeitig ist es fast unmöglich, Nachwuchs mit Lkw-Führerschein zu finden. Warema bildet deshalb ab September selbst Berufskraftfahrer aus. Das besondere Schmankerl für die Jugendlichen ist dabei, dass der Pkw- und Lkw-Führerschein komplett vom Unternehmen bezahlt werden.

„Nach der Halbzeit des Projektes im Versand können wir bereits eine positive Bilanz ziehen“, so Marco Ditterich. Nun soll das Demografiemanagement flächendeckend ins Unternehmen getragen werden. Neben weiteren gewerblichen Abteilungen stehen auch die administrativen Bereiche auf der Agenda des Demografiemanagers. Hier sind vor allem Weiterbildungsangebote nötig, damit ältere Mitarbeiter nicht den Anschluss verlieren und mental fit bleiben. „Mit einer solchen demografiefesten Personalpolitik sind wir bestens auf die Entwicklungen der Zukunft vorbereitet“, so Ditterich abschließend.