1. v.l.n.r.: Organisatorin der Versteigerung Nadine Schmitt, Renate Schüßlbauer (Geschäftsführerin Wildwasser Würzburg e.V.), Stammzellenspenderin Angela Widmann und Ralf Nowakowski, der die Krippe in diesem Jahr für seinen Sohn ersteigerte.
    Nr. Spendenübergabe (6.9 MB)

Mitarbeiter der Warema International GmbH spenden Erlös einer Krippenversteigerung

14.02.2014 -  

Alle 16 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose „Blutkrebs“. Zahlreichen Patienten kann nur durch eine Stammzelltransplantation geholfen werden. Aber meist ist es nicht einfach, einen passenden Spender zu finden.

Die Mitarbeiter der Warema International GmbH ermöglichten nun weiteren 13 potenziellen Stammzellenspendern eine Registrierung in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Durch ihre traditionelle Versteigerung einer Krippe kurz vor Weihnachten kamen im „Brautschuh-Verfahren“ 1.300 Euro zusammen. Die Hälfte dieser stolzen Summe, wurde am vergangenen Donnerstag an Angela Widmann übergeben.

Die Stammzellenspenderin nahm nicht nur stellvertretend für die DKMS den Spendenscheck entgegen, sondern berichtete auch über ihre Erfahrungen als Spenderin. 2009 lies sie sich bei einer Aktion zusammen mit ihren Freunden typisieren. Fast genau ein Jahr später wurde sie von der DKMS als potenzielle Spenderin angeschrieben. Für Angela Widmann war klar: „Ich werde spenden!“ Rückblickend sagt sie: „Insgesamt war es eine sehr emotionale Erfahrung, obwohl ich den Empfänger meiner Stammzellen gar nicht kannte.“ Nach der Spende erfuhr sie nur, dass es sich um einen 35-jährigen Mann aus Amerika handelte und die Spende erfolgreich war. Sie versuchte über anonyme Briefe Kontakt aufzunehmen, erfuhr dann aber zwei Jahre nach der Spende, dass der Mann nicht überlebt hatte. „Das war enttäuschend, aber ich hatte ihm eine Chance gegeben“. Angela Widmann bereut ihre Entscheidung nicht. Sie würde wieder Stammzellen spenden und ist auch weiterhin in der Datei der DKMS gelistet.

Die Warema Mitarbeiter übergaben auch dem Verein Wildwasser Würzburg e.V. eine Spende von 650 Euro. Renate Schüßlbauer, Geschäftsführerin des Vereins gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen, bedankte sich bei den Spendern. „Bei uns geht es um ein sehr ernstes und schwieriges Thema. Umso mehr freut es uns, dass Sie bei der Wahl der Spendenempfänger an uns gedacht haben.“ Von sexueller Gewalt sind in Deutschland jährlich ca. 300.000 Kinder und Frauen betroffen. Für sie sei es meist eine große Herausforderung sich dem Thema zu stellen und sich bei einer Beratungsstelle Hilfe zu holen.

Der Verein veranstaltet jährlich ein Entenrennen in Würzburg. Schüßlbauer weiter: „Die Enten sind sozusagen der Eisbrecher und eine gute Möglichkeit, die Menschen über unsere Arbeit und unsere Angebote zu informieren. Dadurch wird für betroffene Mädchen und Frauen oftmals die Hemmschwelle zu uns zu kommen etwas abgebaut“, berichtete Schüßlbauer.

Als Eisbrecher könnte man auch die „Wanderkrippe“ der Belegschaft der Warema International beschreiben. Organisatorin Nadine Schmitt berichtet: „Wer kennt das nicht. Man nimmt sich vor Geld zu spenden und letztendlich geht der gute Vorsatz im Alltag dann doch unter. Aber bei unserer „Wanderkrippe“ ist das anders. Alle sind dabei und bieten mit.“ Nicht zuletzt wegen des engagierten Auktionators Markus Hoffart. Er trieb das Team während des fröhlichen Nachmittags im Wolzenkeller in Homburg an und den Preis für die Krippe damit ordentlich in die Höhe. Schließlich ging es um einen guten Zweck.