1. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17428 (3.4 MB)

  2. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17427 (3 MB)

  3. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17420v1 (2.7 MB)

  4. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17422 (2.5 MB)

  5. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17426 (2 MB)

  6. Bildnachweis:Architekt Ferdinand Heide (BDA), Frankfurt
    Nr. 17407 (2.9 MB)

Neubau Hörsaal- und Medienzentrum auf dem Campus Lichtwiese

09.09.2014 -  

Das Hörsaal- und Medienzentrum der Technischen Universität Darmstadt auf dem Campus Lichtwiese wurde nach den Plänen des Architekten und Absolventen der TU Darmstadt Ferdinand Heide aus Frankfurt gebaut. Er konzipierte den Neubau als kompakten Solitär, in dem verschiedene universitäre Nutzungen miteinander verzahnt werden. Der architektonische Reiz liegt insbesondere in den spannungsreichen Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes und aus dem Gebäude heraus zum Campus. Das neue Zentrum sollte nicht nur moderne Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, sondern auch ein Ort der Begegnung werden. Das Hörsaal- und Medienzentrum ist nun Identifikationspunkt für Lehrende und Studierende des Campus Lichtwiese.

Städtebaulicher Kontext
Die Erschließung der Lichtwiese als Hochschulstandort begann vor mehr als 40 Jahren. Nach und nach kamen Gebäude für einzelne Fachbereiche hinzu. Vor dem Neubau des Hörsaal- und Medienzentrums war die Mensa das einzige Gebäude „für alle“ auf der Lichtwiese. Es fehlten ausreichend zentrale Räume für das Lernen und Lehren. Heute komplettiert das neue Zentrum den Campus und fungiert als Ort der Begegnung und des universitären Lebens. Die Leitidee des Konzeptes von Ferdinand Heide war die Bildung einer Campusmitte durch signifikante, freistehende Einzelbaukörper und einem dazwischen liegenden Platz. Der vorhandene Baumbestand wie auch der Biergarten wurden behutsam in die Freiflächengestaltung integriert. Zwischen Mensa und dem Hörsaal- und Medienzentrum entstand ein steinerner Platz, der sich als Foyer visuell durch das Gebäude hindurchzieht. Auch eine Bus- und eine Straßenbahnhaltestelle wurden als wichtige Bausteine des öffentlichen Lebens in die Konzeption des Platzes einbezogen.

Transparente Architektur
Auf rund 7.500 Quadratmeter Nutzfläche entstanden vier Hörsäle die bei Bedarf kombiniert werden können, zwei Multifunktionsräume und 20 Lern- und Seminarräume in unterschiedlichen Größen. Der Bibliotheksbereich führt alle Medienbestände in einer Freihandbibliothek zusammen. Im etwa 1000 qm großen Foyer befinden sich Cafeteria, Läden und Ausstellungsflächen. Obwohl der Neubau ein kompakter, imposanter Solitär mit rund 60 mal 60 Metern Grundfläche und einer Höhe von 19 Metern ist, wirkt das Gebäude alles andere als wuchtig. Heide gestaltete den neuen Ort der Begegnung transparent. Ein offenes Foyer fließt durch das Hörsaal- und Medienzentrum. Über einen Luftraum, vom Architekten „Canyon“ genannt, werden Hörsäle und Obergeschosse erschlossen, wobei der Blickkontakt zur Bibliothek stets gegeben bleibt. Großzügige interne Freitreppen und hohe Lufträume verbinden die Ebenen miteinander. Auf diesen befinden sich vier Hörsäle, 20 Seminarräume und zwei Multifunktionsräume. Bis zu neun Meter hohe Fenster, gegeneinander versetzte Fassadenflächen und metallisch glänzende Materialien geben dem Baukörper Plastizität.

Besser lernen mit Tageslicht
Aktuelle Forschungen machen deutlich, dass der Einfluss von natürlichem Licht auf die physische und psychische Gesundheit des Menschen klar erkennbar ist. Tageslicht reguliert den Stoffwechsel, beeinflusst die Hormonproduktion positiv, verbessert die Abwehrkräfte und steigert die Leistungs- und Lernfähigkeit. Weiterhin gilt jedoch auch, dass störende Einflüsse wie Blendungen oder sommerliche Überhitzung zu vermeiden sind. „Wo auch immer der Student sich aufhält, alle Räume haben Tageslicht“ schwärmt Architekt Heide und weiter „Die Lichtwiese ist eingebunden, die Studenten können jederzeit ins Grüne schauen“. Am Neubau wird deutlich, dass der sommerliche Wärmeschutz und die Versorgung mit Tageslicht immer mehr an Bedeutung gewinnen – nicht nur aus energetischer Sicht. Das neue Hörsaal- und Medienzentrum ist ein funktionales und energieeffizientes Bauwerk, das die Anforderungen der Energieeinsparverordnung 2009 übertrifft. Die Außenfassaden werden vor allem durch Großlamellen der Wings Professional Project GmbH, einem Unternehmen der Warema Gruppe, geprägt. Montiert wurden mehr als 200 Lamellen die pro Stück bis zu 156 kg wiegen. Die Antriebe der Elemente sind dabei so verdeckt eingebaut, dass diese nicht zu sehen sind. Die Großlamellen verstellen sich außerdem je nach Sonnenstand. Möglich wird dies durch die so genannte Astrosteuerung. Bei direkter Sonneneinstrahlung werden in der warmen Jahreszeit die sensorgesteuerten, vertikal angeordneten Lamellen geschlossen und so eine Überhitzung über die großflächige Verglasung vermieden. Im Winter sorgt die Lamellenposition dafür, dass ausreichend Wärmeertrag über die Glasflächen erzielt wird – ohne dass die Studenten durch lästige Blendungseffekte gestört werden.

Sonnenschutzlösung der Wing Professional Project GmbH
Art: 203 Großlamellen in Sonderkonstruktion
Größen: 2.505 x 900 mm, 6.405 x 900 mm, 6.405 x 1.200 mm
Automation: Astrosteuerung für Lamellen an der Süd- und Westfassade
Farben: Pulverbeschichtung in Tiger-Nr. 029/91089
www.wingspro.de