1. Jörg Behnke (links) und Stephan Schneider (Mitte) brachten die Pakete zu den bedürftigen Familien in Rumänien; Copyright: Johanniter | Saskia Rosebrock
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  2. Der Konvoi Rumänien zentral auf dem Weg nach Odorhellen; Copyright: Johanniter | Saskia Rosebrock
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  3. Jörg Behnke beim Abladen der Pakete; Copyright: Johanniter | Steffen Kaiser
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  4. Jörg Behnke bei der Verteilung der Pakete; Copyright: Johanniter | Saskia Rosebrock
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  5. Die Pakete spenden Hoffnung im kalten Winter; Copyright: Johanniter | Saskia Rosebrock
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Weihnachtstrucker brachten Hilfspakete nach Rumänien

12.01.2017 -  

Insgesamt 38 Sattelschlepper waren im Rahmen der Aktion Johanniter Weihnachtstrucker zwischen dem zweiten Weihnachtsfeiertag und Silvester in vier Konvois unterwegs nach Südosteuropa. Mit dabei hatten sie 48.653 Pakete mit Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Süßigkeiten und Geschenke für Kinder. Auch Jörg Behnke und Stephan Schneider opferten fünf Tages ihres Weihnachtsurlaubs, um die Aktion als Lkw-Fahrer ehrenamtlich zu unterstützen. Etwa 3.800 Kilometer legten sie auf ihrer Fahrt nach Zentral-Rumänien zurück und saßen zusammengerechnet 46 Stunden hinter dem Steuer. Eine anstrengende Reise, von der sie mit tollen Erfahrungen sowie Eindrücken zurückkehrten, die durchaus zum Nachdenken anregten.

660 Pakete aus Marktheidenfeld und Umgebung
Während viele am zweiten Weihnachtsfeiertag noch die Ruhe im Kreis der Familie genossen, waren die Warema Mitarbeiter Jörg Behnke und Stephan Schneider schon auf dem Weg nach Zentral-Rumänien. Geladen hatten sie 1.300 Pakete für bedürftige Familien und Kinder – ca. 530 davon gepackt von Warema Mitarbeitern, Schülern und Privatpersonen aus Marktheidenfeld und Umgebung. Weitere 136 hatte der Külsheimer Jörg Behnke privat gesammelt. Mit großem Engagement machte er im Vorfeld Werbung für die Aktion, holte Pakete bei Privatleuten ab und sammelte Geldspenden, die er ebenfalls in Pakete umsetzte. Unterstützt wurde er dabei vom Rewe-Markt in Külsheim.

Hilfspakete persönlich übergeben
Um 21 Uhr am darauffolgenden Tag erreichten die 28 Ehrenamtlichen des Konvois Zentral-Rumänien ihr Ziel Odorhellen in der ungarisch geprägten Region Harghita. Nach einer Übernachtung ging es für Jörg Behnke und Stephan Schneider am nächsten Tag allerdings noch eine Station weiter in das 80 km entfernte Niklasmarkt, wo „ihre“ Päckchen verteilt wurden. Da viele Häuser mit dem Lkw nicht erreichbar waren, wurden die Pakete zunächst entsprechend einer Bedürftigenliste, die von der örtlichen Kolpingfamilie penibel geführt wird, auf zahlreiche Autos und Sprinter umgeladen. Was dann folgte, beschäftigte die beiden noch lange. „Wir waren gemeinsam mit der 74-jährigen, ehemaligen Lehrerin Margit unterwegs, die die Verteilung koordinierte. Sie übersetzte uns und gab uns Einblicke in die Geschichten der Familien, die wir besuchten und denen wir Pakete überreichten. Hier wurden wir mit vielen Einzelschicksalen konfrontiert und es war erschreckend zu sehen, in welchen Behausungen die Familien lebten“, berichtete Stephan Schneider. „Eine Familie teilte sich beispielsweise zu siebt eine winzige Unterkunft mit einem löchrigen Ofen, der alles verrauchte.“ Obwohl Rumänien zur EU gehört, leben viele Menschen in Armut. Gerade die Wintermonate sind schwer für sie und von Hunger, Krankheiten und Sorgen geprägt.

Unbeschreibliche Dankbarkeit
Die Dankbarkeit, mit der die Menschen die Pakete entgegen nahmen war für sie unbeschreiblich. „Es war eine wunderbare Erfahrung zu sehen, wie viel Hoffnung jedes einzelne Paket schenkt“, sagte Jörg Behnke, der bereits zwei Mal als Weihnachtstrucker in Bosnien unterwegs war. Begeistert waren die beiden auch von der Gastfreundschaft der örtlichen Partnerorganisationen, die die Verteilung an Familien, Schulen, Armenküchen etc. vor Ort koordinieren. „Bei allen Anlaufstellen wurden wir freundlich und offen empfangen.“

Nach eineinhalb Tage waren alle Pakete verteilt. Mit vielen Eindrücken, Erfahrungen, Bekanntschaften und neuen Freundschaften im Gepäck traten die Weihnachtstrucker die Rückreise nach Deutschland an. Ohne Zwischenfälle kamen sie in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember wieder wohlbehalten in der Heimat an.

Dank für umfangreiche Unterstützung
„Wir möchten die Dankbarkeit der Menschen vor Ort gerne an alle weitergeben, die sich in irgendeiner Form beteiligt haben“, so die beiden Weihnachtstrucker. Der Dank gilt Mercedes Charterway für die kostenlos zur Verfügung gestellte Zugmaschine und der Warema Renkhoff SE für die Lkw-Wechselbrücke und den Anhänger, dem Betriebsrat der Warema Renkhoff SE für die Koordination und Abstimmung mit den Johannitern, Reifen Holley für die Annahme von Paketen und natürlich allen, die die Pakete so liebevoll gepackt haben. „Ihre Hilfe ist angekommen. Da können Sie sicher sein“, so Jörg Behnke und Stephan Schneider abschließend.
Sicherlich gilt der größte Dank aber den Fahrern selbst, für ihren humanitären Einsatz.

Weihnachtstrucker
Seit über 20 Jahren sammeln die Johanniter Hilfspakete für Menschen in Südosteuropa. Die Päckchen mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln sind nicht nur eine echte Hilfe im rauen Alltag, sondern zugleich ein Lichtblick im Leben der notleidenden Kinder, Jugendlichen, Familien, alten Menschen und Menschen mit Behinderung im Südosten Europas – ein Zeichen, dass sie nicht vergessen wurden. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit rufen die Johanniter zur Spende von Hilfsgütern auf. Auch 2017 will Warema die Weihnachtstrucker unterstützen und informiert rechtzeitig über die Möglichkeiten sich an der Aktion zu beteiligen. www.johanniter.de/weihnachtstrucker