1. Die Automatisierung des Pulverbeschichtungsprozesses ist dank der hochentwickelten Software weit fortgeschritten.
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  2. Das Manufacturing Execution System (MES) der Warema Kunststofftechnik und Maschinenbau GmbH vernetzt die Spritzgießmaschinen und bietet jederzeit eine Übersicht aller Maschinen.
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  3. Eine digital gesteuerte Anlage für die Kommissionierung von Zubehör erleichtert die Arbeit und verringert die Fehlerquote.
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  4. Angelique Renkhoff-Mücke, Vorstandsvorsitzende der Warema Gruppe
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Digitalisierung im Mittelstand

30.05.2017 -  

Die Digitalisierung stellt große Unternehmen vor beträchtliche Herausforderungen. Noch größer sind die damit verbundenen Aufgaben jedoch für den Mittelstand, der die Veränderungen ohne die Ressourcen und Kapazitäten eines Großkonzerns angehen muss. Als Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist auch der Mittelstand gezwungen sich den Anforderungen der industriellen Revolution zu stellen, um sich nicht vom globalen Wettbewerb abhängen zu lassen. Ein positives Beispiel, wie sich Industrie 4.0 im Mittelstand als Chance nutzen lässt, ist die Warema Renkhoff SE. Der europäische Marktführer für technische Sonnenschutzprodukte hat die Digitalisierung in seiner Unternehmensstrategie verankert und setzt die vernetzten Technologien erfolgreich ein, um seine Prozesse, Services und Produkte nachhaltig zu optimieren.

Veränderungen erfordern Mut, Offenheit, Bereitschaft zum Wandel und Investitionen. Bei Warema, einem mittelständischen Familienunternehmen aus Marktheidenfeld in Unterfranken, treibt die Vorstandsvorsitzende Angelique Renkhoff-Mücke persönlich den Fortschritt voran. Gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen hat sie die Digitalisierung zur Chefsache erklärt und damit eine wichtige Entscheidung getroffen: Im Gegensatz zu vielen Familienunternehmen, die das Thema Industrie 4.0 nur von der technischen Seite aus betrachten, geht Warema die Umsetzung ganzheitlich an. „Wir haben das Potenzial digitaler Prozesse schon früh erkannt und nutzen bereits seit rund zwanzig Jahren Automation in der Produktion. 1999 haben wir eine verkettete Fertigungsstraße mit Einzelanlagen in Betrieb genommen, die von einer selbst entwickelten Software gesteuert wurde. Heute sind wir bedeutend weiter“, berichtet Angelique Renkhoff-Mücke.

Hürden bei der Umsetzung
Den Fortschritt zu ignorieren, stand für Warema nie zur Debatte. Es war von Anfang an klar, dass das Unternehmen mit der Zeit gehen muss. Denn Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern hat das strategische Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Dass dies im Zuge einer industriellen Revolution nicht immer einfach ist, erklärt sich von selbst. Zu den größten Herausforderungen gehörte für Warema die Umsetzung der Digitalisierung während der laufenden Produktion. Denn bei dem Mittelständler können nicht einfach wochenlang die Bänder stillstehen, ohne dass es zu Lieferverzögerungen und damit zu Verlusten kommt. Hinzu kommt die Besonderheit, dass es sich bei einem Großteil des breiten Sortiments nicht um Serienproduktion, sondern um kundenindividuelle Einzelfertigungen handelt. Hier mussten spezielle Lösungen her, die trotz der besonderen Situation eine Effizienzsteigerung durch die digitale Technik ermöglichen. Und auch die Weiterentwicklung administrativer Prozesse war ein großer Umbruch, da in diesem Arbeitsfeld im Gegensatz zur Produktion deutlich seltener radikale Veränderungen umgesetzt werden. Zudem bedarf die Einführung von neuen Technologien auf dem Weg zu Industrie 4.0 beachtlicher Investitionen.

Digitalisierung der Wertschöpfungskette
Für Warema haben sich diese Investitionen ausgezahlt. Der Sonnenschutzexperte hat zahlreiche Prozesse im Hinblick auf den Gesamtkontext erfolgreich digitalisiert. Es geht nicht nur um Automatisierung der Fertigung und hochfunktionale Produkteigenschaften, sondern um die Vernetzung komplexer Systeme. Digitalisierung umfasst bei Warema die komplette Wertschöpfungskette. Sie beginnt bereits bei der computergestützten Entwicklung neuer Produkte. Die Kundendaten gehen anschließend im Idealfall vom Kunden direkt in die Fertigung, wo die spezifischen Kundenprodukte maßgeschneidert produziert werden. Dabei erfolgt nicht nur die Steuerung der Maschinen durch Computer, auch bei Störungen lassen sich die Anlagen digital fernwarten. In der Logistik werden die Pakete mit den fertigen Produkten selbsttätig gewogen und die Zuladung der LKWs automatisch berechnet. Die Bestellabwicklung wurde mit der Einführung der Online-Plattform myWarema erfolgreich digitalisiert. Dies vereinfacht und beschleunigt den Abwicklungsprozess vom Fachhändler bis zur Fertigung und bietet zusätzlich Schutz vor Fehlern, verkürzt die Lieferzeit und erhöht die Liefertreue. Über QR-Codes an den Produkten können die Fachpartner vor Ort zudem komfortabel relevante Auftragsinformationen für zukünftige Ersatz-, Ergänzungs- und Serviceleistungen auslesen. Und nicht zuletzt sind auch viele der Produkte selbst dank intelligenter Steuerungslösungen Teil eines modernen Smart Homes und damit nutzerfreundlich und zukunftsfähig.

Teil der Wachstumsstrategie
„Wir sind sehr zufrieden mit dem erreichten Stand. Jeder neue Schritt hilft uns dabei, unser Geschäft weiter auszubauen und uns kontinuierlich zu verbessern“, sagt Angelique Renkhoff-Mücke, Tochter des Firmengründers Hans-Wilhelm Renkhoff. „Als einer der größten Arbeitgeber in der Umgebung fühlen wir uns verantwortlich für die Menschen, denn vom Erfolg unseres Unternehmens hängt für fast alle hier sehr viel ab. Umso wichtiger ist es für mich, unser Familienunternehmen erfolgreich und sicher in die nächste Generation zu führen.“

Mitarbeiter gewinnen und qualifizieren
Die Technikaffinität ist in dem Unternehmen, das neben der Produktion von Sonnenschutz und Steuerungssystemen auch auf dem Gebiet der Kunststofftechnik und des Maschinenbaus tätig ist, Bestandteil der Unternehmenskultur. Angelique Renkhoff-Mücke hält engen Kontakt mit den Mitarbeitern ihres Unternehmens. Sie schätzt die Nähe zur Basis, weiß immer Bescheid, was jeweils in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen passiert und hat ein offenes Ohr für Entwicklungen und Trends. Gleichzeitig setzt sie auf das Wissen und die Unterstützung der Belegschaft bei der Umsetzung der digitalen Weiterentwicklung. Für den Mittelständler in ländlicher Umgebung gehört es ebenfalls zu den großen Herausforderungen, qualifizierte neue Fachkräfte zu gewinnen und bewährte Mitarbeiter nicht zu verlieren. Bei sich derzeit stark wandelnden Aufgabenfeldern und Berufsbildern hat es für Warema oberste Priorität, die Mitarbeiter entsprechend der neuen Arbeitsbedingungen zu schulen und weiterzuentwickeln. „Digitalisierung hat bei uns nichts mit Arbeitsplatzabbau zu tun. Wir entlasten die Mitarbeiter durch die neuen Technologien von operativen, eintönigen Aufgaben, die jetzt automatisiert erfolgen. Dabei entstehen neue Berufsbilder, für die wir unsere Mitarbeiter professionell aus- und weiterbilden. Eine erfolgreiche Digitalisierung kann nur mit motivierten und entsprechend qualifizierten Fachkräften gelingen“, sagt Angelique Renkhoff-Mücke. Nach und nach verändert sich so auch die Zusammensetzung der Belegschaft. Heute bildet Warema statt Mechanikern Mechatroniker und kaum noch Nachwuchs in kaufmännischen Berufen aus, sondern beschäftigt stattdessen mehr Auszubildende in den Bereichen Elektronik, Ingenieurwesen und IT.

Fast schon angekommen
Laut einer Befragung von Geschäftsführern und Vorständen von Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC vom Januar 2017 haben sich 50 Prozent der 220 befragten Unternehmen vor allem vorgenommen, ihre Produkte zu digitalisieren und ihre Mitarbeiter intensiv weiterzubilden. Für Warema sind das nur Teilaspekte auf dem Weg zum vernetzten Unternehmen. Statt an alten Mustern festzuhalten, nutzt der Sonnenschutzexperte die Digitalisierung zur optimierten Kundenkommunikation, zur Verbesserung von Services und zur Effizienzsteigerung. Angelique Renkhoff-Mücke: „Wir können heute von uns sagen, dass wir bereit für Industrie 4.0 sind und gewappnet für alle Herausforderungen die uns dabei noch erwarten. Dabei ist der Weg zu Industrie 4.0 ein kontinuierlicher Prozess in allen Unternehmensbereichen.“

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